| Das war das 2. Tullner Zukunftsforum |
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600 begeisterte Besucher beim 2. Tullner Zukunftsforum
„Das Tullner Zukunftsforum schreibt Erfolgsgeschichte: Wie schon im Vorjahr haben die Vorträge vielen Menschen wertvolle und vielfältige Impulse für ihr weiteres Leben gegeben und zum Nachdenken angeregt“, so Initiator, Bürgermeister und HAK-Direktor Mag. Peter Eisenschenk am Ende des von der HAK/HAS Tulln in Kooperation mit der Stadtgemeinde organisierten Zukunftsforums. Philosoph Konrad Paul Liessmann, Bestseller-Autor Pater Anselm Grün, Biochemie-Forscherin Renée Schroeder und Bevölkerungsökonomin Alexia Fürnkranz-Prskawetz begeisterten mit ihren Vorträgen und entführten die Besucher zu gedanklichen Reisen in die Zukunft der Gesellschaft. Während am Vormittag die Geisteswissenschaften im Mittelpunkt standen, lag der Fokus am Nachmittag auf natur- und wirtschaftswissenschaftlichen Themenbereichen.
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Liessmann, Grün: Wertvolle Philosophie Univ.-Prof. Dr. Konrad-Paul Liessmann lud in seinem Vortrag zu einer philosophischen Reise durch die Zeit. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die Bedeutung der Gegenwart, denn viel zu oft stehen wir im alltäglichen Leben im Schatten der Erwartungen an die Zukunft oder der Erinnerungen an die Vergangenheit: „Für die Zukunft leisten wir am meisten, wenn wir in der Gegenwart leben und handeln.“Allerdings haben gerade die Versuche, die Zukunft fassbar zu machen, enormen Einfluss auf das Hier und Jetzt: „Prognosen sagen wenig über die Zukunft aus. Vielmehr benutzen sie unsere Hoffnungen und Ängste, um bewusst oder unbewusst das Verhalten der Menschen in der Gegenwart zu beeinflussen“, so Liessmann. Der ewige Wunsch der Menschen, die Zukunft vorherzusagen, ist jedoch verständlich: Das Schmieden von Plänen für die Zukunft ermöglicht uns, über unseren Tod hinaus zu denken und unserem Leben trotz des Bewusstseins der Sterblichkeit Sinn zu verleihen.
„Werte sind die Wurzeln für unsere Flügel“ und „Jeder spürt, dass Werte in ihm sind, wir müssen nur mit ihnen in Berührung kommen“, lauteten die Kernbotschaften des zweiten Referenten Pater Dr. Anselm Grün. Die vier klassischen Werte nach Platon, Gerechtigkeit, Tapferkeit, das rechte Maß und Klugheit sowie die drei christlichen Werte Glaube, Hoffnung und Liebe definierte der Bestseller-Autor als die Quellen von Kraft und Gesundheit. „Es hat wenig Sinn, moralisierend Werte einzuklagen. Vielmehr geht es darum, unsere inneren, authentischen Werte zu leben. Diese sind Kraftquellen, aus denen wir schöpfen können und sie sind die Voraussetzung für ein menschliches Miteinander.“ Firmen-Leitbilder und Vorbilder seien oft zu sehr vom Willen geprägt und überdecken Werte. Gerade diese aber bringen das Leben zum fließen, machen das Tun kreativ und ermöglichen echten Dialog und Beziehung.
Schroeder, Fürnkranz-Prskawetz: Wissenschaft und Ökonomie „Als Genetikerin kann ich sagen: Wenn wir die gesamte Evolution betrachten, erkenne ich eines sicherlich nicht: Einen Plan. Ereignisse sind zufällig, daher kann man die Zukunft auch nicht voraussagen. Aber wir haben ausreichend Wissen, um die Zukunft bewusst zu gestalten“, so Biochemie-Forscherin Univ.-Prof. Dr. Renée Schroeder in ihrem Vortrag über das Konzept der Zukunft. Momentan stehen wir jedoch vor einer Umbruchphase, in der es zählt, nicht mehr Qualität mit Quantität gleichzusetzen. In diesem Zusammenhang verwies die Wissenschaftlerin auch auf aktuelle Prozesse: „Der Wirtschaftswachstums-Wahnsinn muss in eine statische Phase übergehen. Das bedeutet nicht Stillstand, sondern gleichzeitigen Auf- und Abbau von Strukturen. Nicht möglichst hohe Zahlen und Größen sollen dabei der Maßstab sein, sondern die Qualität.“ Im Anschluss an den Vortrag lud die Wissenschaftlerin das Publikum und die weiteren Referenten zur Diskussion um die Frage: „Welche Welt wollen wir für uns und unsere Kinder?“
Die Bevölkerungsökonomin Univ.-Prof. Dr. Alexia Fürnkranz-Prskawetz erläuterte vergangene und zukünftige Bevölkerungsentwicklungen Österreichs und präsentierte einige zentrale Botschaften: Die Bevölkerung schrumpft nicht, aber sie altert und bietet uns viele neue Chancen. Um diese Chancen nutzbar zu machen, plädierte die Demographin für einen Wandel der institutionellen Rahmenbedingungen, angepasst an die sich verschiebende Altersverteilung: „Es gibt keine ‚ideale’ Bevölkerungsstruktur. Wir können nicht die Demographie verändern, sondern wir müssen Arbeitswelt, Bildungssystem und Altersvorsorge entsprechend der gegebenen Bedingungen neu strukturieren.“ Eine der wichtigsten Maßnahmen dafür sei die Integration älterer Menschen in Arbeitswelt und Gesellschaft.
Taschner, Gansterer und Salomon als Gastlehrer in der HAK/HAS Tulln „Um mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen zu können, müssen wir uns früh damit beschäftigen und die Fähigkeit besitzen, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Das ist die Idee hinter dem Zukunftsforum und das wird vom ersten Schultag an in der HAK Tulln vermittelt“, so HAK-Direktor und Bürgermeister Eisenschenk über die Motivation, das Zukunftsforum in Tulln zu initiieren. Aus demselben Grund wurden in der Woche vor dem Zukunftsforum in der HAK/HAS weitere prominente Experten zu „Gastlehrern“: Mathematiker Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Autor Prof. Helmut A. Gansterer und Politik-Journalistin Dr. Martina Salomon unterrichteten an jeweils einem Vormittag ihre Fachgebiete Mathematik, Deutsch sowie Medien- und Politikkunde und diskutierten mit den Jugendlichen. „In den Stunden mit den Gastvortragenden haben wir viele Themen, die im Unterricht schon angerissen wurden, vertieft. Es war unheimlich spannend und ich konnte viel für die Zukunft mitnehmen“, zeigte sich Patrik Bruschek, Schulsprecher und Schüler der 5. Klasse, begeistert von den Unterrichtsstunden der anderen Art.
Zukunftsschule HAK/HAS Tulln Direktor Mag. Peter Eisenschenk: „Eine aktive Schule ist selbst agierender Teil der Weiterentwicklung der Gesellschaft. Die HAK/HAS Tulln sieht sich als eine moderne Institution, die eine Basis für persönliche Reife und Interesse an zukunftsweisenden Themen schafft. Bei uns wird – über die wirtschaftliche Ausbildung hinaus – ganzheitliches Denken für gesellschaftlich verantwortliches Handeln angeregt und Weltoffenheit gefördert. Die Schüler sind so als selbstbewusste und kritische Bürger für die Zukunft bestens gerüstet.“ Mit den Vorträgen hochkarätiger Referenten beim Tullner Zukunftsforum wird nicht nur den Schülern sondern auch der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit gegeben, sich bewusst mit aktuellen Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft auseinanderzusetzen, die unsere Zukunft nachhaltig prägen werden. Die Vorbereitungen für das 3. Tullner Zukunftsforum Ende Jänner 2013 laufen bereits.
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Philosophie, Ethik, Wissenschaft und Wirtschaft waren die großen Themen, über die beim 2. Tullner Zukunftsforum am 27. Jänner 2012 in der NÖ Bezirkshauptstadt referiert und diskutiert wurde. Die hochkarätigen Experten eröffneten neue Perspektiven und wappneten die Besucher mit ihren interessanten Vorträgen für die Herausforderungen der Zukunft. Das Zukunftsforum war der Höhepunkt einer Schwerpunktwoche in der HAK/HAS Tulln, in der prominente Profis Deutsch, Mathematik und Politik unterrichteten.